"Fantasien" beim HHC Walheim-Besigheim
  20.11.2017

„Fantasien“ war das Motto des diesjährigen Jahreskonzertes des Handharmonikaclubs Walheim-Besigheim - und dementsprechend „fantastisch“ war dieser Konzertabend auch.

Beginnend mit „Exersis“, vorgetragen von dem Ensemble „accent“ unter der Leitung von Carmen Buchgraber,  versprach das Konzert etwas ganz besonderes zu werden.

Charmant führte Annette Walter durch das Programm und erzählte die Geschichte zweier Kinder, die in der „Villa Timecode“ einiges erlebten. Diese Geschichte wurde mit dem gleichnamigen Titel musikalisch lebhaft vom 2. Orchester, auch mit Dirigentin Carmen Buchgraber, dargeboten. Nach Irland verschlug es die jungen Spielerinnen und Spieler bei dem Stück „ Highland Sunrise“. Der Applaus war groß, die Spannung, was noch kommt, war spürbar.

Der nächste Programmpunkt waren die Jüngsten des Jugendorchesters unter der Leitung von Sabina Keiner. Sie zeigten mit dem „Sandmännchen“, „Der Hase und der Igel“ sowie „Rocking Affair“ ein breites Spektrum ihres Könnens. Es war beeindruckend zu sehen, wie viele Jugendliche in diesem Verein großen Spaß an dem Akkordeon haben und sie beeindruckten durch einen ausdrucksvollen Vortrag. Die Dirigentin hatte für das Publikum und ihr Orchester noch eine Überraschung parat. Mit Matthias Matzke, der den 2. Teil gestaltete, hat sie in Trossingen studiert und die beiden zeigten im „Duofieber“ auf welch hohem Niveau Studenten musizieren, wenn sie zusammenkommen.

Der große Höhepunkt im ersten Programmteil folgte nun. Das 1. Orchester unter der Leitung von Carmen Buchgraber nahm auf der Bühne Platz.  Nun war klar, dass etwas ganz besonderes folgt, denn es waren zusätzlich noch einige Gastspieler dabei, die mit Percussions und Elektronium für einen einmaligen Klang sorgten. Das bekannte Stück „Live and let die“ sorgte für ein rockiges Musikerlebnis. Danach kündigte Annette Walter das Stück „dragon fight“ an. Ein spektakuläres Werk, das die Geschichte eines Drachens erzählt, der in ein Dorf eindringt und dort bekämpft wird. Mit leisen mystischen Tönen begann das Stück, man konnte die Bedrohung des Drachens, die mit dem Akkordeon deutlich gemacht wurde, spüren. Das Zischen, die Schreie, der Kampf, alles konnten die Spieler unterstützt durch die Schlagwerke musikalisch zum Ausdruck bringen. Ein schneller rhythmischer Teil forderte das ganze Können der Spielerinnen und Spieler und trieb die Spannung in der Stadthalle zum Höhepunkt. Am Ende erzählt die Musik mit einer schönen Melodie, dass der Drache nun getötet wurde und das Dorf wieder friedlich leben kann. Tosender und nicht enden wollender Applaus war der Dank vom Publikum.

Doch von dem, was nun im 2. Teil folgen sollte, hatte kaum jemand eine Vorstellung. Matthias Matzke am Akkordeon und Leonie Kratz mit Gesang verschafften dem Publikum Gänsehaut und versetzten es in Staunen. Es war faszinierend anzuschauen, wie seine flinken Finger über die Tasten fliegen und im nächsten Moment entlockte er seinem Instrument wohlige Töne, wie sie keiner darin vermutet. Leonie Kratz machte die Musik mit ihrem warmen Sopran fast etwas mystisch bei ihren Interpretationen der Gruppe Nightwish oder in eigenen Kompositionen. Wie anders Schubert-Lieder klingen können, wenn sich Akkorden mit Gesang mischt, war beeindruckend. Den absoluten Höhepunkt erlebte das Publikum aber, als noch einmal das Ensemble „accent“  auf die Bühne kam und gemeinsam mit den beiden mit dem Stück „El Dorado“ aus Two steps from Hell begeisterte und als Zugabe mit einer atemberaubende Version von „The phantom oft he opera“ das Publikum zu standing ovations und minutenlangem Applaus brachte. Dies war ein Abend, den weder die Musikerinnen und Musiker noch das Publikum vergessen werden.