Akkordeonmusik auf höchstem Niveau beim Konzert des HHC Walheim-Besigheim
  26.11.2019

Bezirksorchester zu Gast in der Stadthalle „Alte Kelter“ in Besigheim Der Handharmonikaclub Walheim-Besigheim hat am vergangenen Sonntag wieder zu einem ganz besonderen Konzert eingeladen. Drei Spielerinnen und zwei Spieler des Vereins waren bei einem Auswahl-Projektorchester unter Leitung von Thomas Bauer mit dabei. Diese Tatsache brachte die Verantwortlichen auf die Idee, dieses Orchester zum zweiten Teil des Jahreskonzerts zu engagieren.

Den ersten Teil jedoch bestritt der HHC mit seinen eigenen Gruppen. Das Opening übernahm das 2. Orchester unter Leitung von Sabina Keiner mit dem Stück „Storie de la tutti di giorno“. Das Orchester setzte sich zusammen aus 24 Jugendlichen zwischen 10 und 23 Jahren. Es war erstaunlich zu hören, welchen Klangkörper diese junge Formation zu Gehör brachte. Dynamische Veränderungen wurden herausgearbeitet, ein mitreißender Groove erreichte das Publikum und ließ die Füße wippen und das Zusammenspiel der einzelnen Stimmen klappte hervorragend. Schwieriger wurde es bei der Konzertsuite „Vegelin-Suite“. Hier wurde einerseits ein hohes Maß an Virtuosität von den jungen Musikern und Musikerinnen erwartet, ebenso wurde ihnen eine große musikalische Leistung durch die filigrane Stimmführung abverlangt, die sie aber mit Bravour unter der sicheren Leitung ihrer Dirigentin bestanden. Der ehrliche Applaus war mehr als verdient.

Danach nahm das 1. Orchester unter der bewährten Leitung von Carmen Buchgraber auf der Bühne Platz. Mit einer erstaunlichen Zahl von 35 Musikerinnen und Musikern ist es eines der größten Akkordeonorchester in der Gegend. Bereits schon beim ersten Stück, dem „Mac Arthur Park“,  überzeugte die Interpretation nahe am Original und der Funke sprang auf das Publikum über.  Konzertanter wurde es mit „Kap Arkona“. Hier wurde in mehreren Sätzen die Geschichte des Piraten Störtebeker musikalisch erzählt und das Orchester ließ mit seiner Musik Bilder entstehen von Piraten im Angriff oder der gruseligen Atmosphäre im Morgennebel. Mit großer Ausdrucksstärke verstand es Carmen Buchgraber, dieses Stück mit ihren Musikerinnen und Musikern musikalisch umzusetzen. Den Abschluss machte diese spielfreudige Gruppe mit dem Stück „Palladio“, das mit seinen durchgehenden schnellen Läufen eine große Fingerfertigkeit von den Spielern verlangte, was diesen hervorragend gelang.

Den Abschluss des 1. Programmteils bildete das Ensemble „accent“ ebenfalls unter Leitung von Carmen Buchgraber. Mit dem ersten Stück, den „Bretonischen Impressionen“ mussten filigrane Klänge, schnelle Passagen, rhythmische Teile mit vielen Taktwechseln und ein schwerer Notentext in ein klangvolles Ganzes gebracht werden. Diese Aufgabe hat Carmen Buchgraber mit ihren sechs herausragenden Musikerinnen und  Musikern bravourös gelöst. Der Höhepunkt folgte dann zweifellos mit dem Stück „you dance“ von Motion Trio. Ohne auskomponierte Noten erarbeitete sich das Ensemble eine ganz eigene Interpretation dieses Stückes mit viel Rhythmus, Groove und überraschenden Elementen. Alle Musiker waren percussiv im Einsatz und es steigerte sich zu einem fulminanten Finale in extremem Tempo unterstützt von einem groovigen Bass und Schlagzeugpart sowie den stampfenden Akkordeonspielerinnen und Spieler. Das Publikum ließ sich zu einem tobenden Applaus hinreißen.

Einen besonderen Hörgenuss erwartete das Publikum im 2. Teil mit dem Bezirksorchester Staufen. Hier hat  der Dirigent Thomas Bauer die besten Akkordeonisten der Bezirke Staufen und Stuttgart/Ludwigsburg zu einer Formation zusammen geholt. 45 Spielerinnen und Spieler , darunter 5 vom HHC Walheim, lieferten eine besonderes Klangerlebnis. Thomas Bauer ist in der Szene als einer der besten Dirigenten bekannt und spielt sich mit seinen Orchestern in allen Wettbewerben aufs Siegertreppchen. Bereits im ersten Stück „dem Freischütz“ wurde klar, dass dies eine musikalische Kunst auf höchstem Niveau werden würde. Piazollas  „Contrabajissimo“ verlangte vor allem den Bässen ein großen Können an ihrem Instrument ab und beim „Dance Macabre“ von Camille Saint-Saens konnte man den Fingern kaum folgen, so schnell waren sie auf den Tasten unterwegs. Mit der „Rhapsodia“ von Archow wurde das Konzert beendet und hier glänzten die Musikerinnen und Musiker noch einmal mit einem großen Maß an Musikalität und Virtuosität und entließen ihr staunendes Publikum nach dem beindruckenden „Schiffsjungentanz“ nach Hause.